Schacht- oder Bohrbrunnen

Im Brunnenbau werden zwei Bauformen von Brunnen unterschieden: der Schacht- und der Bohrbrunnen. Bei einem Schachtbrunnen wird mit einem Bagger ein bis zu 6 m tiefer Erdaushub vorgenommen. Der Brunnenausbau erfolgt mit Schachtringen aus Beton. Vorteil dieser Bauart ist der große Wasservorrat in der Brunnenfassung selbst und außerhalb der Schachtringe. Wie der Name Bohrbrunnen sagt, wird dieser gebohrt. Der Brunnenausbau erfolgt mit einem perforierten Kunststoffrohr. Mit diesem Verfahren ist es möglich, größere Tiefen zu erreichen. Allerdings ist auch hier die Tiefe durch die mechanische Förderung des Wassers von Hand auf maximal 7 m begrenzt. Eine Förderung mit motorgetriebenen Pumpen ist zwar noch aus größeren Tiefen möglich, allerdings vom Gesetzgeber ohne Genehmigung nicht erlaubt. Zu einem Bohrbrunnen gehört auch der vor allem in Norddeutschland bekannte Schlagbrunnen, bei dem einfach ein Rohr durch Schlagen in den Untergrund eingetrieben wird.

Beim Schachtbrunnen entstehen für den Brunnenbau durch ein Spezialunternehmen Kosten von zirka 400.- bis 600.- € pro Meter und bei einem Bohrbrunnen von zirka 100.- bis 250.- € pro Meter, je nach Durchmesser (meist 120 bis 400 mm) der Bohrung. Das Wasser aus einem Brunnen sollte stets (z.B. durch einen Apotheker) auf seine chemischen Bestandteile untersucht werden.

Wasserführung

Wichtig für das Errichten eines Brunnens ist die Kenntnis über den Untergrund des Geländes. Vor allem im süddeutschen Raum weicht die Wasserergiebigkeit von der jeweiligen geologischen Situation erheblich ab.

Wir brauchen die Klüfte als Wasserzuführung. Diese Stellen müssen im Grundwasser liegen. Nur wenn der Brunnensucher den Bohrpunkt in eine wasserdurchlässige Gesteinspartie niederbringt, kann sich der Wasservorrat nach dem Ausschöpfen schnell wieder auffüllen. Ein für die Gartenbewässerung erstellter Schachtbrunnen sollte spätestens 24 Stunden nach der Wasserentnahme seinen Füllstand wieder erreicht haben.

Wasserader?

Normalerweise werden "Wasseradern" vom Laien für unterirdische Bäche gehalten. Das stimmt jedoch nur in ganz seltenen Fällen. Meist handelt es bei einer Wasserader um gut wasserdurchlässige Gesteinspartien oder eine Gesteinskluft, um einen Hohlraum, der je nach Tiefe des Grundwasserspiegels mit Wasser gefüllt ist. Man findet also keine unterirdische Quelle, sondern eine mit Grundwasser gefüllte Gesteinskluft.

 

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